ENTSTEHUNG

Wie alles begann..

Wenn man aus der Geschichte erzählt – wie es überhaupt dazu kam – den Verein zu gründen, so muss man eigentlich zwei Jahre früher beginnen.

Wir schreiben das Jahr 1989. Die Geschichte der Heimatbühne Obergiesing beginnt und nimmt ihren Lauf.

Begonnen hat es auch nicht mit der Heimatbühne Obergiesing, sondern es bildete sich eine Gruppe Theaterbegeisterter aus der Pfarrei Königin des Friedens. Es sollte das Stück „Bloß koan Schnaps“ zur Aufführung kommen. Die Spieler waren schon alle gefunden, nur ein Regisseur fehlte noch. Ich hatte zuvor schon mit der Südtiroler Volksbühne zwei Gastspiele im Pfarrsaal Königin des Friedens gemacht, in der Pfarrei, in der ich wohnte. So kamen die Spieler auf die Idee mich zu bitten, die Regie zu führen.

Es waren nun alle Beteiligten gefunden und die Proben konnten beginnen. Allerdings konnten wir das Stück nicht bis zum Ende durchziehen. Einige Spieler teilten mir schon nach wenigen Proben mit, dass dies nicht das Ihre sei und sie wollten nicht mehr mitmachen. Es blieb nicht viel Zeit und wir konnten keinen Ersatz für diese Spieler finden. Kurzum, die Aufführungen wurden abgesagt. Es wurde aber mit den Spielern, die noch weitermachen wollten, vereinbart, dass dies nicht das Ende der Theatergruppe ist, sondern wir wollten weitermachen.

Nun nahm ich die Sache ganz in die Hand. Ich las diverse Theaterstücke. Von zwanzig Stücken kam für mich nur eins in Frage und so viel mir die Wahl nicht schwer.

Im Frühjahr 1990 sollte das Stück „Der Pfannenflickersepp“ aufgeführt werden.

Beim Lesen dieses Stückes fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Wie man an meinem Dialekt hören kann, bin ich in Südtirol geboren. Aufgewachsen mit neun Geschwistern, auf einem kleinen Bergbauernhof im Pustertal. Zur damaligen Zeit war es üblich, dass die Handwerker zu den Bauern auf den Hof kamen. Sie arbeiteten in der Stube des Wohnhauses. Es kam manchmal sogar vor, dass der Schuster, Weber, Schneider und Korber zur gleichen Zeit am Hof waren.

Der Pfannenflickersepp war auch so ein Handwerker, der von Hof zu Hof zog, um die kaputten Pfannen und Töpfe der Bauern zu reparieren. Das Stück war zwar sehr aufwendig, aber ich habe es mir zum Ziel gesetzt, die passenden Spieler zu finden und die Rollen den Charakteren nach zu verteilen. Hinzu kam hier auch noch das aufwändige Bühnenbild (näheres siehe Aufführung 1990).

Mit dem Zutun vieler Leute, vor allem aber mit der Hilfe von Leopold Rainer und Robert Eggersdorfer, ist das Stück gelungen und der Erfolg war sogar so groß, dass wir eine Zusatzaufführung machen mussten.

So, nun habe ich viel erzählt, aber der Verein Heimatbühne Obergiesing ist immer noch nicht gegründet, es war noch nicht mal die Idee da, diesen zu gründen.

Die Idee einen Theaterverein in der Pfarrei Königin des Friedens zu gründen, kam von einem Gemeindemitglied aus der Pfarrei. Sie spielte damals auch mit und sie bat mich auch ursprünglich, die Regie zu übernehmen. Leider kam es gleich nach dem ersten Theaterstück zu Unstimmigkeiten. Es war nun klar, einer von uns beiden musste sich zurückziehen, um mit dem Theater weiterzumachen. Ich stand nach dem großen Erfolg des ersten Stückes sehr enttäuscht vor der Entscheidung, weiterzumachen oder die Theatergruppe in Königin des Friedens, bevor sie richtig gegründet war, wieder aufzulösen. Es war klar, wenn ich weitermache, dann beginnt es wieder von Anfang. Neue Spieler und neue Helfer zu suchen. Ich überlegte lange, aber meine Leidenschaft zum Theater war eben doch größer und so entschied ich mich – in Absprache mit denen die noch mitmachen wollten und auch mit meiner Familie – weiterzumachen. Es sollte diesmal aber nicht nur ein weiteres Theaterstück gespielt werden, sondern auch ein Verein gegründet werden.

Am 06. September 1990 war es dann soweit: Die Heimatbühne Obergiesing konnte gegründet werden und begann hier „offiziell“ ihre ersten Stunden. Der Name Heimatbühne Obergiesing ist vielleicht an dieser Stelle auch mal zu erklären. Die Heimatbühne Obergiesing sollte – schon bei mir selbst angefangen – eine Bühne sein, die allen Spielern, mit unterschiedlichsten Dialekten „Heimat“ gibt. Wer von Ihnen schon etwas länger zu uns kommt, erinnert sich sicher auch noch an die ein oder andere Dialektvielfalt. Es ging von pusterisch über niederbayerisch, von oberbayerisch über schwäbisch, von oberpfälzisch über hochdeutsch, ja und sogar rumänische und türkische Akzente konnte man bei unserer Bühne schon genießen...

Durch die Verzögerung, der Unstimmigkeiten und der Vereinsgründung, konnten wir dann im Herbst 1991 unser zweites Stück „Ein Nest für’s Tonerl“, in Angriff nehmen.

Das Stück war damals eine einmalige Sache, bis heute. Die Hauptrolle wurde von einem 9-jährigen Bub gespielt. Die Proben und sonstigen Vorbereitungen verliefen sehr gut. Wir hatten nur zeitliche Probleme, uns rechtzeitig um die Bühne zu kümmern. Am Premierentag war die Bühne immer noch mit der Aufschrift „Sonnleitner“, vom vorherigen Stück, bemalt. Bis zum Abend wurde aber auch dieses Problem noch rechtzeitig gelöst...

Der Erfolg blieb auch bei diesem Stück und auch bei den weiteren nicht aus.

Es ist ein schönes Gefühl, die Gruppe jedes Jahr wieder dem Stück näher zu bringen, zu proben und es schließlich zur Aufführung zu bringen.

Gedankt sei an dieser Stelle allen, die jedes Jahr zum Gelingen des Stückes beigetragen haben. Denn was wäre ein Regisseur ohne seine Spieler, seine Souffleuse, ohne die Technik, ohne die Bühnenbauer und ohne all die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund. Aber auch Ihnen, unserem treuen Publikum sei gedankt. Es gibt einige Zuschauer, die seit dem ersten Stück im Jahre 1990 jedes Jahr gekommen sind und uns treu geblieben sind. Ohne Publikum wäre es sinnlos ein Theaterstück einzustudieren und aufzuführen. Der größte Dank gebührt also Ihnen, unserem treuen Publikum. Wir hoffen, Sie halten uns auch in Zukunft die Treue!

Sepp Hofmann

 

 

 

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